In Biggesee mussten die Gerther auf den kurzfristig erkrankten Holger Severing verzichten, der sich am Morgen mit Schüttelfrost abmeldete. Max Prechtel war nach seiner Virusinfektion zwar wieder in der Halle, hatte aber noch Sportverbot vom Arzt. Heiko Skiba: „Mit diesen zwei Abmeldungen hatten wir lediglich drei Center dabei, eigentlich zu wenig für das Spiel in Biggesee.“
Die Partie begann dann, fast schon typisch für die Saison der Gerther, mit einem Lauf der Gastgeber. Erst in der fünften Minute konnten die Gerther durch Max Schmidt zum 2:9 punkten. Zu diesem Zeitpunkt mussten die Gerther bereits auf Lars Enstipp verzichten, der einen Ellenbogen auf die Nase bekam und mit einem Nasenbeinbruch nicht weiter spielen konnte (2. Minute). „Das war natürlich ein weiterer Rückschlag für uns, da wir gerade auf der großen Position nicht wechseln konnten“, berichtete Skiba. In der Folgezeit spielten die Gerther besser, konnten das Spiel offen gestalten und zum Ende des ersten Viertels auf 14:20 verkürzen.
Im zweiten Abschnitt war das Spiel weiter ausgeglichen mit leichten Vorteilen auf Seiten der Gäste aus Gerthe, die sich nun beherzt in die Partie kämpften und immer wieder durch Max Schmidt und Nils Langenberg zu Punkten kamen. In der 18. Minute schafften die Gerther den Ausgleich zum 39:39 und konnten dank eines Treffers von Nils Langenberg zur Halbzeit eine 42:39-Führung in die Kabine tragen. Heiko Skiba: „Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, gerade im zweiten Viertel mussten wir ohne Lars Heining spielen, der mit seinem dritten Foul auf der Bank Platz nehmen musste, wir haben die Begegnung da gedreht und stabil und gut gespielt. Max Schmidt und Nils Langenberg waren richtig stark und „Mecki“ Kanzler mit seinen 1,90m musste auf der Centerposition aushelfen und hat seine Sache richtig gut gemacht. „Wir haben uns dann in der Kabine vorgenommen, dieses Niveau beizubehalten und das Spiel lange offen zu gestalten.“
Diese Vorhaben konnten die Gerther dann auch in den ersten vier Minuten gut umsetzen und sich eine 50:41-Führung erspielen, dann riss bei den Gästen der Faden. Die Gründe hierfür sind schnell gefunden. Die arrivierten Kräfte Gordon Reckinger, Lars Heining, Daniel Schimpke und Patrick Thiele fanden überhaupt keinen Spielrhythmus, trafen nichts und konnten auch in der Verteidigung und im Rebound nicht überzeugen, die „jungen Wilden“, allen voran Max Schmidt, der die ganze Woche nicht trainiert hatte, waren total platt und so konnten die Gastgeber Oberwasser gewinnen. Dieses wurde dann von den sehr schlechten Schiedsrichtern noch gefördert, während die Schiedsrichter in der ersten Halbzeit zwar keine Linie und wirklich für beide Mannschaften unerklärliche Pfiffe abgaben, kippte dieses Bild ab dem Spielstand von 50:41 völlig. „Plötzlich haben wir keinen Pfiff mehr bekommen und die Gastgeber wirklich jeden“, ärgerte sich Skiba. „Während die Gerther lediglich 4(!!!) Freiwürfe in der zweiten Halbzeit zugesprochen bekamen, konnten die Hausherren 22 mal an die Linie. Lars Heining stand dort kein einziges Mal, sein Gegenüber Gregor Kottmann hat 19 Freiwürfe werfen dürfen, das war schon unglaublich.“ Dementsprechend bedient war dann auch der Gerther Coach. „Ich habe schon lange nicht mehr so eine einseitige Entscheidungslinie bei beiden Schiedsrichtern gesehen, während es in Halbzeit eins ausgeglichen zuging und sich beide Mannschaften nur wundern konnten, war es ab der 25. Minute nur noch einseitig. Meine Mannschaft hat dann angefangen, immer mehr mit diesen Dingen zu hadern, hinzu kamen Negativerlebnisse wie viele Fehlwürfe. Der Gegner traf plötzlich aus allen Lagen und wenn nicht, ging es ja permanent zur Freiwurflinie, so ist es dann fast nicht möglich, ein Spiel zu gewinnen.“
Die Gerther haben dann in der Folgezeit kein Bein mehr auf die Erde bekommen und aus der Führung machten die Hausherren binnen 4 Minuten ein 59:50. Am Ende des dritten Viertels war das Spiel dann beim Stand von 68:56 vorentschieden, nicht weil der Vorsprung von 12 Punkten uneinholbar war, sondern weil das Spiel so gelaufen ist, wie beschrieben. Im Schlussviertel hatten die Olper dann Selbstvertrauen ohne Ende und trafen aus allen Lagen, während sich die Gäste mit der Niederlage abgefunden hatten.
Heiko Skiba: „Wir haben trotz der personellen Situation eine wirklich gute erste Halbzeit gespielt, ein überragendes zweites Viertel abgeliefert, bis zur 24. Minute eine Führung herausgeholt und auch verdient vorne gelegen. Dann kamen einige Dinge zusammen, die unsere Mannschaft nicht verkraftet hat und dann sind leider die Dämme gebrochen. Wir haben am Ende viel zu hoch und viel zu deutlich verloren. Während unsere 18-jährigen Nils Langenberg und Max Schmidt ein richtig gutes Spiel zeigten, waren die Herren Gordon Reckinger, Björn Bourscheidt Totalausfälle. Auch Daniel Schimpke, Lars Heining und Patrick Thiele spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Wir haben nun nach dem zehnten Spieltag 7 Siege und 3 Niederlagen, das ist eine absolut gute Bilanz. Wir haben gegen die Spitzenteams aus Breckerfeld, BG Hagen und Biggesee verloren, jeweils auswärts, das ist kein Beinbruch. Wir machen jetzt erst einmal Pause und werden uns dann ab Januar auf das letzte Spiel der Hinrunde gegen Hohenlimburg sowie eine schwerer Rückrunde vorbereiten. Wenn wir im kommenden Jahr ähnlich erfolgreich spielen, wäre ich hoch zufrieden.“ Punkteverteilung:
TVG: Schmidt (20), Langenberg (14), Thiele (10), Heining (8), Schimpke (6), Kanzler (2), Grzesiak (2), Bourscheidt (2), Meyer (2), Reckinger (0).
BGB: Kottmann (23), Krasnici (16), Reed (14), Zekovic (13), Berisha (11), Hoppe (7), Schmidt (6), Zimmermann (2), Berndt (1).
Viertelergebnisse: 20:14, 14:28, 29:14, 25:10
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